
An MTV
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich beziehe mich auf Ihren Brief vom 10. April (Herr Giglinger) und die Meldung vom 11. April 2006 in der Augsburger Allgemeinen.
In England wurde die Zeichentrickserie "Popetown" aus dem Programm genommen, weil damit die religiösen Gefühle verletzt werden. Was in England zum Schutz der Menschenwürde gilt, das muss auch in Deutschland gelten.
MTV dokumentiert mit seiner ganzseitigen Werbungsanzeige, dass die Kreuzigung Jesu lächerlich gemacht wird, das unter schecklichen Schmerzen sich vollziehende Sterben des unschuldigen Jesus als Folge einer brutalen Quälerei durch ungerechte Menschen banalisiert wird. Jesus im Fernsehsessel vor dem leeren Kreuz darzustellen verniedlicht den Kreuzestod und verhöhnt alle Menschen, die unter Qualen sterben müssen. Der Text "Lachen statt herumhängen" drückt im Grunde eine Verachtung des Leidens und Sterbens am Kreuz aus. Könnten Sie sich ein Bild vorstellen, das statt des Kreuzes eine Gaskammer zeigt mit einem ähnlichen Text? Ich bin sicher, dass Sie dies weit von sich weisen würden.
Ebenso würden Sie in Respektierung der Religion auf jede "Überspitzung" und "Parodie" verzichten, wenn es um die Person eines Mohammed, Buddha oder Dalai Lama handelte.
Ich bitte Sie alles daran zu setzen, den katholischen Glauben und die katholische Kirche zu respektieren und die Zeichentrickserie "Popetown" aus dem Programm herauszunehmen.
Mit freundlichen Grüßen
i. A. Gerhard Stumpf
Schreiben an die Sponsoren von MTV
Sehr geehrte Damen und Herren!
Sie haben sicher durch die Presse erfahren, dass der MTV-Sender mit "Popetown" eine Sendung im Mai präsentieren will, durch die die religiösen Gefühle der Christen verletzt werden. "Popetown" wurde in England abgesetzt, weil man die Sendung den Christen in England nicht zumuten wollte.
Ich möchte Sie i. A. des Forums Deutscher Katholiken darum bitten, Ihren Einfluss geltend zu machen, damit der christlichen Glaube genauso repektiert wird, wie der Glaube der Buddhisten, der Moslems und der Juden.
Gerne werden wir beim Kongress des Forums in Fulda, bei dem wir etwa 1500 Teilnehmer erwarten, auf Ihre Initiative zur Respektierung religiöser Gefühle hinweisen.
Prof. Dr. Hubert Gindert, Forum Deutscher Katholiken