Erklärung zur ungerechtfertigten Kritik am Papst

Papst Johannes Paul II. weist in seinem neuen Buch darauf hin, dass ein rechtmäßig gewähltes Parlament die Wahl Adolf Hitlers ermöglichte und ihn mit der Macht ausgestattet hat, die der Einrichtung von Konzentrationslagern und der so genannten Endlösung den Weg bereitet hätten. Die Vernichtung der Juden habe nach dem Sturz des Naziregimes aufgehört. "Was jedoch fortdauert, ist die legale Vernichtung gezeugter, aber noch ungeborener Wesen."

Heutzutage müssten die gesetzlichen Regelungen zur Abtreibung in Frage gestellt werden. "Parlamente, die solche Gesetze schaffen und verkünden, müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie ihre Machtbefugnisse überschreiten und in einem offenen Konflikt mit dem Gesetz Gottes und dem Gesetz der Natur verharren."

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, hat den Papst scharf kritisiert. Er sprach von einem "gewaltigen Unterschied zwischen einem fabrikmäßigen Völkermord und dem, was Frauen mit ihrem Körper tun".

Dazu stellt das Forum Deutscher Katholiken fest:

Paul Spiegel verdreht Inhalt und Form der Aussage des Papstes. Paul Spiegel verharmlost mit seinen Äußerungen den millionenfachen Mord an ungeborenen Kindern. Er verschweigt, dass die vom Parlament beschlossene Abtreibungsregelung gegen die Verfassung verstößt, die das Recht auf Leben garantiert. Er versucht dem Oberhaupt der Katholischen Kirche, das Recht abzusprechen, sich zu moralischen Fragen zu äußern. Paul Spiegel trägt mit seinen Äußerungen insgesamt dazu bei, dass in Deutschland allmählich das Klima eines offenen Kulturkampfes entsteht.

Papst Johannes Paul II. spricht für das Gewissen der Menschheit. Er ist die unüberhörbare moralische Instanz der Gegenwart. Das Forum Deutscher Katholiken weist die Kritik am Papst entschieden zurück

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken

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