
Die Diffamierung Kardinal Meisners durch den Spiegel muss mit Entschiedenheit zurückgewiesen werden. Denn Kardinal Meisner zeigte die generelle Ursache der Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf. Er hat am Dreikönigstag im Kölner Dom gesagt: "Mein Leben, mein Herz, mein Leib gehört nicht mir. Es ist sein [= Gottes] Eigentum. Ich kann über mein eigenes Leben und über das Leben anderer nicht verfügen. Ich kann es immer nur dankend empfangen. Es ist bezeichnend: Wo der Mensch sich nicht relativieren und eingrenzen lässt, dort verfehlt er sich immer am Leben: zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lässt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht." Der Kardinal verharmlost oder mindert in keiner Weise die Verbrechen der Nationalsozialisten an den Juden. Er bringt vielmehr das millionenfache Unrecht der Ermordung von Menschen nachdrücklich ins Bewusstsein. Denn die ungeborenen Kinder unserer Zeit können ebenso wenig ihre Rechte einfordern, wie die wehrlosen Juden unter der NS-Diktatur. Wenn eine spätere Generation über die massenhafte Tötung ungeborener Kinder ihr Urteil sprechen wird und fragt, ob die Kirche dazu geschwiegen hat, werden die Christen dankbar auf Persönlichkeiten wie Kardinal Meisner hinweisen. Das Forum Deutscher Katholiken dankt Kardinal Meisner schon heute für seinen Mut!
Prof. Dr. Hubert Gindert, Forum Deutscher Katholiken