
Stellungnahme des Vorsitzenden des Forums Deutscher Katholiken zur Predigt von Joachim Kardinal Meisner vor der Deutschen Bischofskonferenz.
"Kardinal Meisner hat den Punkt getroffen mit seiner Kritik an den Räten, Kommissionen und Komitees in der katholischen Kirche Deutschlands", erklärte am Donnerstag der Vorsitzende des Forums Deutscher Katholiken, Professor Dr. Hubert Gindert (Kaufering).
Wenn der Präsident des "Zentralkomitees der deutschen Katholiken", Meyer, dem Kölner Erzbischof vorwerfe, er habe keine Ahnung vom Engagement und Glaubenszeugnis katholischer Laien in Kirche und Politik, sei das nichts anderes als das Werfen von Nebelkerzen. Selbstverständlich gebe es das engagierte Glaubenszeugnis, das aber werde nicht dort abgelegt, wo gespreizte Funktionäre eine zweite Hierarchie aufgerichtet hätten. Die stillen Beter und Beterinnen, die Helden der Nächstenliebe im grauen Alltag, die Menschen, die in Schulen und Universitätsinstituten gemobbt werden, weil sie an der unverkürzten und unverfälschten Glaubenswahrheit festhalten, seien die Zeugen Christi in unserer Zeit, und sie seien Meisner schlicht dankbar dafür, dass er ihre Not mitten in der kirchlichen Wirklichkeit von heute deutlich benannt habe. Nach der wegweisenden Predigt des Kölner Kardinals in Fulda seien jetzt freilich Taten gefordert. "Und die müssen in den Ordinariaten selbst beginnen", meinte Gindert, "dort etwa, wo Lehrpläne gestaltet oder über Schulbücher entschieden wird", und das müsse weiter getragen werden in die Priesterausbildungsstätten, die kirchliche Erwachsenenbildung und in die Redaktionen der Bistumsblätter. Gindert nannte die Predigt Meisners eine Chance zum Neuaufbruch, zu einem "Neuaufbruch, der auch gerade dort organisatorische und gedankliche Verkrustungen aufbrechen muss, wo man sich doch so sehr flexibel, aufgeschlossen und modern wähnt und gibt, und doch nur erstarrt ist in sehr zeitbedingten Trugbildern von Kirche und Christentum".
Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken